TicinoTessin

Der Fluss Ticino – auf Deutsch „Tessin“ genannt – ist ein rund 248 Kilometer langer Nebenfluss des Po in der Schweiz und in Italien. Er fliesst auf rund 91 Kilometern durch Schweizer Staatsgebiet und ist Namensgeber des Kanton Tessin.

Ticino: Bedrettotal und Leventina

Der Fluss Tessin entspringt auf rund 2545 Metern über Meer zwischen Pizzo Gallina und Pizzo Nero östlich des Nufenenpass. Er fliesst zuerst südwärts, verliert dabei Einiges an Höhe und dreht dann bald nach der Unterquerung der Passstrasse auf den Nufenen gegen Osten ab. Nach der Aufnahme des Riale di Val Corno erreicht er das Bedrettotal und nimmt hier Dutzende von Bächlein von beiden Talseiten mit. Etwa in der Hälfte des Tales fliesst er an Bedretto, dem ersten Dörfchen auf seiner Reise vorbei. Weiter geht es via Ossasco, wo der Riale di Cristallina zufliesst, und Fontana nach Airolo in die Leventina. Kurz vor Airolo nimmt der Ticino den vom Gotthard kommenden Bach „Foss“ zu sich auf und wird danach zwecks Energiegewinnung gestaut. Nach Airolo fliessen dem Tessin unter anderem die Canaria von links und die Calcascia von rechts zu. Danach passiert er die Dörfer Piotta, Ambri sowie Quinto und gelangt so nach Rodi-Fiesso. Hier endet die Alta Leventina, da der Ticino nun in die Piottino-Schlucht verschwindet und dabei bis Faido rund als 200m an Höhe verliert. Nach Faido, wo etwa die Piumogna einfliesst, geht es weiter nach Lavorgo und dann durch eine weitere Talstufe, die Biaschina-Schlucht. Nach der Schlucht, in welcher der Ticinetto von rechts einfliesst, gelangt der Fluss via Giornico und Bodio nach Biasca. In Biasca nimmt der Ticino den Brenno von links zu sich auf und verlässt dann die Leventina um weiter durch die Riviera genannte Region zu fliessen.

Fluss Tessin: Biasca bis Lago Maggiore

In der Riviera fliessen dem Tessin wiederum eine Vielzahl an Bächen aus den jeweiligen Seitentälern zu – es sind dies etwa die Nala und die Boggera bei Osogna oder Riale di Moleno bei Moleno. Der Fluss gelangt dann nach Castione und Arbedo, wo ihm zuerst aus dem Misox die Moesa und dann aus dem Valle d’Arbedo die Traversagna von links und gleich danach der Gorduno von rechts zufliessen. Dann erreicht der Ticino die Tessiner Kantonshauptstadt Bellinzona, die er am westlichen Stadtrand passiert. In Bellinzona verlässt er die Riviera, macht dann einen Knick gegen Westen und gelangt so auf die breite Magadinoebene. Hier fliessen ihm zuerst beim gleichnamigen Dorf die Sementina und dann bei Giubiasco die Morobbia zu. Kanalisiert fliesst er dann vorbei an Ackerland und dem Flugplatz durch die Ebene hindurch und mündet dann nördlich des Dorfes Magadino auf 195m in den Lago Maggiore.

Der Ticino in Italien

Den Lago Maggiore verlässt der Ticino bei Sesto Calende in Italien. Ab hier bildet er für rund 40 Kilometer die Grenze zwischen der Lombardei im Osten und dem Piemont im Westen. Er schlängelt sich dabei meist ausserhalb des Siedlungsgebiets immer weiter in Richtung Süden und passiert dabei etwa den Flughafen Mailand Malpensa. Nach Cerano fliesst der Tessin nun vollständig in der Lombardei. Er fliesst nun an Vigevano vorbei und gelangt dann nach Pavia, der grössten Stadt an seinem Ufer. Wenige Kilometer südöstlich von Pavia mündet der Ticino dann von links in den Po.

Fakten zum Ticino

Geografie und Lage

Fakten

Länge:
248 km
Klasse:
Fluss (4)
Typ:
Fluss
Quelle:
östlich des Nufenenpass
Quellhöhe m. ü. M.:
2535 m. ü. M.
Mündet in:
Po (Italien)
Mündungsort:
Pavia
Mündungshöhe m. ü. M.:
50 m. ü. M.

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